Starkes Drehzahlschwanken, Laute Kraftstoffpumpe oder Agr/ Dpf?

  • Ich habe das mit dem Auslesegerät mal probiert, natürlich war es vorführeffektmäßig beim aktuellen start nicht aber egal.


    Korrekturwerte von den Einspritzdüsen sind im minus?? Ist das jetzt gut oder schlimm?

    Zylinder 1: -0.24

    Zylinder 2: -0.16

    Zylinder 3: -0.18

    Zylinder 4: -0.21

    Ich kenn mich da leider überhaupt nicht aus aber müssten die 4 nicht gleich sein? Und heißt ein minuswert nicht das zu wenig sprit reinkommt?


    Was ich mir auch angeschaut habe ist der Raildruck der ist kurz nach dem Starten bei grob 10000kpa sackt aber kurz auf ganz grob 6000kpa ab und steigt dann langsam wieder und stabilisiert sich beim leerlauf bei ca. 50000kpa


    Agr sollwert stimmt eigentlich immer mit dem istwert überein und war beim aktuellen start auch bei 0.0% und danach bei 20-22% im leerlauf.


    Beim Dpf menü hab ich auch reingeschaut falls das relevant ist.

    Dpf füllstand 47%

    Letzte Regeneration vor 317km

    Durchschnittlicher abstand zwischen Regenerationen: 481km

    Durchnittliche Regenerationsdauer: 372 sekunden

    Durchnittliche Regenerationstemperatur: 642C


    Was ich auch gesehen hab aber keine ahnung was es sein soll:


    „Agr Fehler“ : wert bei stillstehenden motor: 99.2% und im leerlauf zwischen 1,5% und - 0,5% recht schnell schwankend


    Und „Kraftstoffrohrdruckverteiler“

    Hat einen soll und istwert

    Sollwert beim starten ist 25mpa

    Istwert beim starten 16mpa

    Sollwert beim leerlauf: 41mpa

    Istwert beim lerrlauf: sehr schnell schwankend zwischen 36mpa und 39-40mpa


    Und das mit dem Agr resetten hab ich nichts gefunden man kann zumindest mit meinem gerät nur den Temperarsensor resetten.


    Ich werde aus dem ganzen nicht sonderlich schlau, habe aber leider auch absolut kein vorwissen 🤷🏻‍♂️

  • @ Sp1n007


    Das mit dem Hvo 100 hab ich auch schon überlegt aber bei und in Österreich zumidest wo ich wohne gibt es den Kraftstoff schlichtweg nicht zum kaufen, zumindest nicht ohne vorher 200km zu fahren.


    Das mit dem Map Sensor habe ich auch schon probiert, ist doch der der im Ansaugkrümmer sitzt? Hab ich mit einem extra dafür vorgesehenen Reinigungsspray gereinigt und was soll ich sagen, das war gar keine gute idee… motor wollte danach garnichtmehr starten, er ist immer angesprungen und sofort wieder ausgegangen und das 2-3 mal bis er sehr schlecht laufend angeblieben is…

  • Zieh den Stecker vom MAP-Sensor ab, dann sollte der Motor wieder laufen.

    Evtl. im Notlauf, aber er sollte nicht mehr ausgehen, weil die Motronic einfach mit einem fixen Ersatzwert rechnet.


    Falls er dennoch nicht startet, hat sich evtl. die Elektronik verschluckt, hier hilft ein paar Minuten den Minuspol abzuklemmen.

    Falls er dann immer noch nicht startet, hat neben dem MAP- auch der Kurbelwellensensor einen Schuss. Möglich, aber unwahrscheinlich.


    HVO hilft dir in diesem Fall wohl nicht weiter. Das Zeug ist - regelmäßig getankt - echt gut, produziert wenig Ruß und verlängert dadurch die Regenerationsintervalle, kann jedoch nur kleine Defizite ausgleichen, aber nichts reparieren. Wenn du nicht lokal an die feine Plörre ran kommst, ist es eben so und leider nicht zu ändern.


    Alle von dir genannten Werte sind mit einer Ausnahme unauffällig und in einer normalen Range.

    Die Korrekturwerte sind tadellos, an den Injektoren liegt es definitiv nicht.

    AGR und DPF scheinen auch gesund.

    Einzig die 160 bar (16 mpa) Raildruck beim Start sind absolute Untergrenze. Diese rühren mit ziemlicher Sicherheit von der sterbenden Vorförderpumpe her, die Hochdruckpumpe kann dadurch schlicht nicht so viel Druck beim Start aufbauen wie sie sollte.

    Der MAP-Sensor ist wohl hinüber, das ist Makulatur, wahrscheinlich war er sowieso gestanden vor Siff. Von daher... kein großer Verlust. Vorfördepumpe erneuern ist das Hauptziel - dann sollte er wieder rennen wie immer.

  • Keine Sorge das mit dem Map-Sensor war ein experiment von vor ein paar Wochen, der war beim nächsten Motorstart wieder halwegs normal. Das hab ich in einem anderen Forum gelesen und probiert. Hat aber im Endeffekt weder verbesserung noch verschlechterung gebracht.


    Aber diese 16mpa sind die jetzt auf den Wert vom „Kraftstoffrohrdruckverteiler“ bezogen oder?

    Denn „Raildruck“ war nochmal in einem extra Punkt angeschrieben und in kpa angegeben.


    Oder bin ich jetzt verwirrt?

  • Kraftstoffrohrdruckverteiler ist die Rail, eben jener massive stählerne Rohrverteiler, der oben neben den Injektoren liegt, aus dem sie alle zentral gespeist werden.

    Dort liegt der Druck von der Hochdruckpumpe an, welcher je nach Testgerät in bar oder MPa angegeben wird.

    1 MPa (Megapascal) entspricht 10 bar.

    Zum sicheren, zuverlässigen Start liegt die Schwelle hier bei ca. 16 MPa = 160 bar.


    Werte welche in Kilopascal angegeben werden, wobei 100 kPa = 1 bar entspricht, sind meist jene der Frischluft und Abgase, ergo Drücke in Ansaugrohren, Ladeluftkühlern, Turbos, DPFs, usw.

    Aber auch Reifen (z.B. 280 kPa = 2,8 bar) und bei der Vorförderpumpe, eben jene die im Tank sitzt und elektrisch betrieben den Diesel zunächst mit Niederdruck (je nach Modell mit 2...7 bar, meist 3...5 bar) durch den Kraftstofffilter hindurch zur Hochdruckpumpe schleust.

    Da die Hochdruckpumpe nicht bzw. nur sehr bedingt selbstansaugend ist, ist sie zwingend auf einen Mindestdruck seitens der Vorförderpumpe angewiesen.

    Stimmt diese "Grundversorgung" nicht, sowohl druck- als auch mengenmäßig, z.B. weil der Filter verdreckt ist oder die Vorförderpumpe selbst ihr Leben aushaucht, schwankt auch der Druck in der Rail bzw. ist temporär oder permanent zu gering, da die Hochdruckpumpe "Luft zieht". Auf Dauer ist das für sie nicht gut, da die Schmierung durch den Diesel geschieht. Von daher solltest du den Austausch der Vorförderpumpe zeitnah vornehmen lassen, da sonst die Hochdruckpumpe Schaden nehmen kann, weil sie temporär unter Mangelschmierung leidet, sprich dezent trocken läuft.



    Bezüglich MAF: Genau wie den LMM oder auch Lambdasonden kann man Sensoren durchaus mit speziellen Reinigern oder auch schnödem Bremsenreinigerspray säubern.

    Hilft nur leider nicht immer, weil sie entweder bereits defekt waren (was jedoch stets einen FC generieren sollte) oder durch unsachgemäße Behandlung final gehimmelt werden.

    Dezent mit nicht zu viel Druck einsprühen, vorsichtig mit Druckluft trockenen und dann möglichst nicht sofort wieder einbauen und Motor starten, sondern 30 Minuten an der Sonne oder in warmer Umgebung austrocknen lassen. Zur Not und wenn es nichts zu verlieren gibt, kann man sie auch bei 50°C in den (Umluft)Backofen stecken oder mit dem (Heißluft)Fön bearbeiten. Optimalerweise einfach über Nacht liegen lassen, damit sich alle Flüssigkeit komplett verflüchtigt hat.

    So viel Zeit haben Werkstätten gemein hin nicht, sie probieren auch nicht lange herum und messen probehalber Widerstände, etc. durch, sondern tauschen aus - und fertig ist die Laube.

    Sensoren kommen mit einer gewissen (Luft)feuchtigkeit zurecht. Ist jedoch eine gewisse Schwelle überschritten, so heißt es "Tilt!". Flutet man sie mit Flüssigkeit wie Bremsenreiniger und steckt sie sofort wieder an, produziert das nicht viel weniger als einen Kurzschluss. Teils nur temporär, teils final, in deinem Fall hattest du augenscheinlich Glück und er ist nicht kaputtgegangen, sondern hat sich nach gewisser Zeit wieder von selbst gefangen.

    In unglücklichen Fällen ist ein Sensor jedoch weder okay noch endgültig defekt, sondern liefert unplausible, ergo falsche Werte. Das ist der Supergau für das Motorsteuergerät, weil es dadurch nicht mehr weiß was Phase ist und keine stabile Verbrennung generieren kann. Deswegen im Zweifelsfall lieber Stecker vom Sensor komplett ab sofern der Motor so gar nicht mehr starten will, denn wenn das MSG schnallt dass der Sensor fehlt, rechnet es mit einem festen Ersatzwert, welcher zwar mehr schlecht als recht funktioniert, die Möhre jedoch am Laufen hält, wenngleich nur bedingt (im Notlauf).


    Zwecks Tankpumpe: In manchen Fällen ist nicht die Vorförderpumpe selbst das Problem, sondern lockere Schlauchklemmen schuld an der Mangelversorgung oder leckgeschlagener Schläuche. Hat ein Schlauch ein Loch oder Riss, z.B. weil er porös wurde oder gescheuert hat, kann die Pumpe fiördern so viel sie will, sie pumpt die Plörre nur innerhalb des Tanks im Kreis. Sofern beim Austauschkit nicht alles an Schläuchen und Schellen mit dabei ist, dann solltest du bzw. die Werkstatt diese mit erneuern.

  • Achso, okay dann war der Wert den ich als „Raildruck“ gefunden habe doch ganz was anderes. Danke aufjedenfall.


    Dann werd ich mal den tausch dieser Pumpe indie wege leiten und dazusagen das sie Druckprobleme hat, damit sie auch die Schläuche prüfen bzw. wenn nötig erneuern.


    Ich bedanke mich für die Hilfe, habe wieder einiges dazugelernt :)


    Ich werd mich sicher nochmal melden, wenn die Pumpe getauscht ist. Dauert aber ein paar Wochen, da die Pumpe allein laut Werkstatt eine Lieferzeit von 1-2 Wochen hat.