Beiträge von OpelInsi

    Für den betriebenen Aufwand und die Kosten kannst du dir bei anvisierten 2 Jahren und 60.000 km ein beliebig anderes Fahrzeug kaufen, welches einfach nur läuft.

    Lohnt also nicht.

    Axialspiel checken, damit du weißt worauf du dich einlässt, dann entscheiden was du tust, mehr aber auch nicht.

    Dieses Aggregat wirtschaftlich angemessen wieder aufzubauen ist schon bereits im anfänglich bis fortgeschrittenen Schadensfall nahezu unmöglich, es proforma auf annäherd Neuzustand bringen zu wollen eine Vollkatastrophe, da die konstruktiven Mängel nicht zu beseitigen sind. Es ist ein Paradebeispiel für einen Wegwerfmotor der billigsten Art und Weise.

    Grundsätzlich ist sie auch bedenklich, denn wenn ein Hersteller ein gewisses Modell sterben lassen will, dann schafft er es auch irgendwann.

    Früher gab es alles aus einer Hand und das absolut zeitnah, man musste auf >90% der Teile nicht mehr als 2 Tage warten.

    Die Thematik ist jedoch nicht auf Opel/PSA/Stellantis beschränkt, auch andere haben in der Hinsicht Probleme bzw. schaffen sie sich und den Kunden absichtlich selbst. BMW z.B. brachte vor rund 20 Jahren die G650X Reihe auf den Markt, die Kundschaft mochte jedoch den Rotaxmotor nicht wirklich, die Fahrzeuge waren zudem für Einsteiger schlicht zu teuer. Es vergingen nur ein paar Jahre und die Ersatzteilversorgung des "beidseits verhassten" Modells wurde prekär.

    Nur Enthusiasten halten ihre Gefährte in einem derart gelagerten Versorgungsfeld ernsthaft am Leben, die Masse gibt bei solch Dingen alsbald auf und sucht sich eine andere Spielwiese.


    Beide Konstellationen haben jedoch Vorteile, man muss sie nur zu nutzen wissen.

    Bis in die 90er hinein beschränkte sich der Aftermarket fast ausschließlich auf Verschleißteile wie Filter, Bremsen, Fahrwerksteile und ein wenig Karosserie, heute bekommt man sogar teils Steuergeräte zu einem Bruchteil des vom Vertragshändler aufgerufenen Preises. Nicht nur, aber auch deswegen starben so viele von ihnen, so ist das jedoch wenn man Teileproduktion billigst outsourct. Es macht als Endkunde eben keinen Sinn mehr für einen Ölfilter oder eine Hand voll Clips, Schrauben, usw. zum Händler zu fahren, wenn man sich die Teile bequem vom Sofa aus zu 10...20% des OVP online ordern kann.


    Sobald eine Werks- oder Anschlussgarantie erloschen ist, macht es bei einem Volumenmodell kaum einen Sinn mehr auf Originalteile zu setzten, da je nach Konstellation eine zeitwertgerechte Reparatur nicht mehr darstellbar ist, solange sie nur einen gewissen Umfang aufweist.

    Was natürlich auch Hintergründe wie Garantie-/Gewährleistungsansprüche hat, aber eben nicht nur...

    Man muss eben strikt differenzieren. Ein billiger Clip ist alsbald getauscht, hier ist die Qualität zweitrangig. Ein solides, weil ansonsten unauffällig werkelndes Getriebe holt man sich gebraucht vom Schrotti so das eigene nach 8 Jahren warum auch immer kaputt ging. Eine Nockenwelle dagegen Original vom FOH, weil hier nicht nur der Aftermarket kaum etwas hergibt, sondern auch so alles sitzen muss, weil ansonsten horrende Folgen drohen.


    Zweifellos ist jedoch alles was Wartungs-/Verschleißteile anbelangt zur Farce verkommen. Öl, Filter, Ölablassschrauben, Zünd-/Glühkerzen, Bremsscheiben/-beläge, usw. sind durchweg alles Zulieferteile von spezialisierten Firmen, welche kein Automobilhersteller mehr selbst produziert.

    Wenn also der Service 350€ kostet, die verbauten Teile jedoch nur 50...60€ (Öl, Filter, Schraube) wert sind, bläst man jährlich ~200€ umsonst in den Wind, weil der eigentliche Service, sprich Arbeitsaufwand nur ~100€ beträgt. Klar, das ist die Marge des Händlers, davon lebt er, nur haben weder dein Auto noch du selbst etwas davon (im Sinne von Mehrwert).

    Nicht Wenige kommen dadurch irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich nicht nur kein Auto mehr leisten wollen, sondern schlicht nicht mehr leisten können, obwohl sie eines bräuchten.

    Es muss ja nicht gleich die Turboreparatur oder der Kupplungstausch in kompletter Eigenregie sein, denn dafür fehlt den Meisten das Know-how und die Ausrüstung, aber einen Luft- und Innenraumfilter selbst zu besorgen und einzubauen, dazu sollte es eigentlich immer reichen. Weiß ich nicht wie es geht, dann schaue ich mir eben ein YT-Tutorial an während ich auf die Lieferung der bestellten Teile warte.

    Chinesische Portale sind mittlerweile oft genauso gute Anlaufstellen wie deutsche Onlineshops bzw. Portale wie eBay oder Amazon, da vieles mittlerweile ohnehin dort hergestellt wird.

    Rar sind meist nur Teile von Fahrzeugen welche auf dem chinesischen Markt nicht oder nur sehr selten verkauft wurden, denn was da nicht in Masse verkauft wird, lohnt für Anbieter auf AliExpress & Co. schlicht nicht es anzubieten.


    Wenn es nichts Neues gibt, dann sind die nächsten Anlaufpunkte Kleinanzeigen und Schrotthändler, denn ehe man wochenweise ein Fahrzeug stehen lässt, ist ein Gebrauchtteil stets noch die bessere Option.


    Bei einem Ausrücker oder ähnlichem wird es schwierig noch etwas zu retten, einen verdreckten Ansaugkrümmer z.B. bekommt man dagegen wieder sauber, die Kohlen eines Drosselklappenmotors kann man tauschen und DPFs oder Turbos zum Aufbereiter schicken. Nicht alles ist immer gleich final defekt. Man muss nur eben wollen und nicht stets sofort die Flinte ins Korn werfen.


    Zuletzt lohnt es auch Teile und Teilenummern durch die Suchmaschine der KI zu jagen. Man wundert sich oft in wie vielen Fahrzeuge die selben Bauteile stecken, nur eben mit anderen Teilenummern diverser Hersteller versehen.

    Stellantis will von "echten Opels" gar nichts mehr wissen, daher verknappen sie absichtlich das Angebot an Ersatzteilen. Soll man sie bei dem Vorgehen noch unterstützen indem man wartet? Meiner Ansicht nach nicht, ergo bestelle ich beim FOH nur mehr Teile, welche ich nicht reparieren oder global definitiv nicht besorgen kann.


    Ganz banales Beispiel: Die permanent verrosteten Blechmuttern des Unterfahrschutz am Motor.

    Müssen immer mal wieder ersetzt werden weil sie gern vergammeln.

    Gibt es im 10er Pack auf eBay für 7€ inkl. Versand.

    https://ebay.io/m/260xsp

    Ist keine Neuefindung von Opel/GM, sondern wurden bei Mercedes bereits in den 60erm verbaut.

    Und so geht es munter weiter...

    Oft weiß man nur nicht wo und wie man suchen soll.

    Meist funktioniert jedoch die Teilenummer am besten, gefolgt vom jeweiligen englischen Begriffs des Teils (in Verbindung mit Vauxhall, Chevrolet oder Buick anstatt Opel als Herstellerbezeichnung). Wobei hier wie o.g. die KI ein mittlerweile echt mächtiges Instrument ist.

    Klar, wenn nicht lieferbar, dann nicht lieferbar, siehe Wasserpumpe auf Amazon, aber auf Vertragshändler zu hoffen ist ungefähr so sinnlos, zeitraubend und nervtötend wie ein Windows-Update abzuwarten. Von den aufgerufenen Mondpreisen ganz zu schweigen...


    Im konkreten Fall wurde das Teil nur für GM-basierte Modelle gebaut, u.a. auch dem Buick Verano II., wird aber von mehreren Zulieferern produziert.


    SACHS 3182 600 266 (Alternative Nummern: 3182 600 257 / 3182 600 291)
    VALEO804527
    BREMBOE59025 oder E59027
    TEXTAR53016500
    FTE (Ate)ZA36034.4.1 (Referenzwert)
    KAWE990253

    Um dieses Teil zeitnah zu organisieren braucht kein Mensch mehr einen Opelhändler, das Ding bekommst faktisch tausendfach hinterher geworfen, wobei du dir sogar Qualität, Preis und Lieferdauer nach Belieben aussuchen kannst.

    Natürlich hat er das, so wie jeder halbwegs moderne Motor, nur in dem Fall eben nicht "extern" sondern "intern" per Solenoid der NWV.

    Tut dem alles kein Abbruch, denn wenn das Ventil ähnlich verschmockt ist wie der Ventildeckel und deswegen temporär hängt respektive zu wenig Öl abbekommt weil die Siebe zugesetzt sind, dann wundern einen solch Drehzahlschwankungen auch nicht.


    Ohne Säuberung wird das auch nichts mehr, es sei denn man tauscht nach und nach wie wild Teile.

    Würde daher die nächsten 1...2 Jahre eine schonende Rosskur mit billigem Spülöl samt Motorflush empfehlen.


    FANFARO TSE 5W-30


    Dieses oder ein anderes Billigöl (Mannol, etc.) 1000...2000 km zwischendrin gefahren, ehe man dann wieder das restliche Jahr auf das eigentliche Zielöl umschwenkt, dann sieht der Motor auch hernach nicht mehr aus wie ein Smoker im regelmäßigen Dauerbetrieb.

    Bei max. 10.000 km p.a. und mit 2 Kindern, also garantiert viel Kurzstreckengegurke, ist das kein geeigneter Antrieb.

    Sofern nichts gegen ein BEV spricht würde ich mir eines holen, oder alternativ einen älteren 1,6er Renault Megane (Scenic), o.ä., denn im Gegensatz zu den unsäglichen Bio-Triebwerken bekommt man diese Art Motoren fast nicht kaputt.

    Wahrscheinlich weil du weißt, dass mittelmäßig bis viel Kurzstrecke einen Betrieb unter erschwerten Bedingungen darstellt, daher das Öl öfter gewechselt werden muss.

    Das sollte genau so sogar im verbotenen Buch stehen.


    Klar, normalerweise sollte ebenso moderne Bordelektronik genau diesen Umstand registrieren und früher zum Ölservice aufrufen, wie gut das in der Praxis funktioniert sieht man an diesem Beispiel recht gut, nämlich nicht wirklich.

    Als Bediener ignoriert man es zudem gerne, trotz Anzeige, sondern hält sich stumpf an jährliche bzw. km-mäßige Intervalle, weil alles andere viel zu lästig ist und zu teuer erscheint und am Anfang, soweit nichts Gröberes dazwischen kommt, auch fehlerfrei funktioniert.

    Allerdings, für die verursachten Kosten und investierte Arbeitszeit hätte man wie viele (außerplanmäßige) Öl- und Filterwechsel machen können?

    Egal, Schwamm drüber.... soll kein Vortrag werden sondern lediglich ein gut- und ernstgemeinter Rat für die Zukunft sein.

    Wobei halbwegs regelmäßig längere Fahrten >50 km schon verwundern, also der Motor eigentlich nicht so aussehen sollte wie er aussieht. Zweifelsfrei wurde hier in der Vergangenheit trotzdem etwas mächtig verschludert, was und wie auch immer.


    Die Ölkohle muss raus, sonst löst dir frisches Öl die Ablagerung und schiebt den Dreck zwischen Nockenwellen, Ventile und runter bis zur Kurbelwelle und Ölpumpe - dann ist im dümmsten Fall finito für das Triebwerk!

    Wobei meist als erstes der Turbo dabei einen Knacks abbekommt und stirbt, was bereits ärgerlich genug ist.

    Sofern ergo wie in diesem Fall der Ventildeckel ab ist, penibel mit Backofen- oder Kaltreiniger säubern um vermeidbare Folgeschäden zu verhindern.


    Wenn trotz neuer KGE der Motor bei Öffnen des Öldeckels oder Ziehen vom Messstab in der Drehzahl schwankt, passt etwas nicht, in deinem Fall sogar gehörig nicht.


    Entweder ist AGR-seitig etwas versottet und/oder die Kolbenringe sind dermaßen zugesetzt, dass im Kurbelgehäuse Drücke entstehen, die so nie vorherrschen dürften.


    Was hast du im Zuge der Schrauberei alles gesichtet, geprüft und/oder gereinigt?

    Wie sahen die Injektoren aus? Hattest du sie raus?

    Sonstige Teile wie AGR Ventil, etc. überpruft?

    Ölverbrauch in der Vergangenheit?

    Vor allem, wie sahen die Zündkerzen aus?

    Ein gesunder Motor tourt weder selbstständig auf 2000 U/Min. hoch noch geht er im Stand einfach aus. Die Elektronik kann sich durchaus kurz verschlucken, aber das was du beschreibst hört sich nach Glühzündungen, unkontrolliertem Verbrennen von Öl, etc. an.

    In einem solchen Fall müsste ein Motor schon zuvor schlecht gelaufen sein und die Motronic eigentlich irgendwelche Fehlercodes geschmissen, welche mit der KGE nichts oder nur indirekt zu tun haben.

    Auf jeden Fall ist höchstwahrscheinlich deren Defekt nur ein Symptom, jedoch nicht die Ursache.

    Prinzipiell bin ich auch nicht für Teiletausch "Auf-Teufel-komm-raus", aber hier macht es teils schon Sinn.

    1. Bremsen: immer etwas heikles Thema zwecks Sicherheit (der eigenen und die der anderen)

    2. Mögliche Folgeschäden, wie du ja selbst schon sagst

    Und 3. Aufwand vs. Kosten.

    Für 50...100€ macht man es lieber gleich gescheit, riskiert nichts und hat aller Wahrscheinlichkeit nach danach wieder Jahre seine Ruhe.

    Nicht schlecht für nen Diesel! 🫣😁


    Spass beiseite...

    Die Ablagerungen im Ventildeckel sind heftig, da wundert es nicht dass die KGE stirbt.

    Wie oft machst du Ölwechsel, respektive wie ist das Fahrprofil?

    Reparatursatz gibt es von TRW mit der

    Teilenummer: SJ1548


    Die Manschette sitzt in einer Ringnut und wird vom Kolben fixiert, dieser muss zum Tausch der Manschette also demontiert werden und danach das Bremssystem entlüftet.

    Ist der Kolben bereits verrostet, läuft es nicht selten auf dessen Erneuerung hinaus.

    Ist zudem die Führung und/oder Kolbenbohrung des Stattels nicht mehr taufrisch, ist im Grunde der ganze Sattel samt Führungsbolzen fällig, weswegen Opel auch gleich immer komplett tauscht.


    Ich würde es von Zustand des Kolbens, seiner Bohrung und dem allgemeinen Korrosionszustand des gesamten Sattels abhängig machen und im Zweifelsfall nicht nur überholen sondern ggf. ebenfalls komplett tauschen, so wie Opel es handhabt, weil die Überarbeitung kaum im Verhältnis zu den Kosten eines Neuteils steht.