Zentralausrücker nicht lieferbar

  • Hallo liebes Forum,


    Bis jetzt war ich eher lesend unterwegs, doch heute möchte ich mich aktiv befragen.

    Ich habe einen Opel Astra K sportstourer.

    1.4 125 ps mit Start stop bj 2018. 6 Gang!

    Wir haben ca 105000km gefahren und die Kupplung begann gelegentlich zu rutschen.

    (Nach Stop and go)

    Eigentlich wollten wir Kupplung und Zentralausrücker tauschen.

    Allerdings war nur die Kupplung 623370433 lieferbar.

    Nach 2 Monaten warten, weil auch das fahren nicht besser wurde.. Haben wir nur die Kupplung getauscht.

    Ein Fehler: jetzt lässt Gang 1 und 2 fast nicht mehr einlegen. Also nicht fahrbereit. Hab auch nochmal entlüftet usw.

    Alle befragen sagen es liegt am Zentralausrücker. Nummer 55583068 JB2


    Nur dieses Ersatzteil ist nicht mehr lieferbar.

    Wird auf verschiedene Nummern ersetzt: 510029010 dann auf 510029011


    Keine der Teile ist lieferbar auch nicht in einem Set.

    Wir würden auch eine komplettes Kupplungsset mit ausrücker kaufen. Hauptsache das Bauteil.

    Sonst müssen wir ein 8 Jahre altes Auto entsorgen…. Vielleicht weiß jemand Hilfe.

  • Der hier sieht anders aus, passt aber auf die Referenznummer von LUK/Schaeffer 510029011


    https://www.bandel-online.de/brembo-zentralausruecker-kupplung-passend-fuer-opel-adam-corsa-e-59-027.html


    Oder beim Chinesen:


    Seit 12/2020 Astra K Sports Tourer B16SHT EZ 08/2017 Innovation

    Gebaut in Ellesmere Port, vervollständigt mit Teilen aus dem chinesischen Aftermarket.... :whistling:

    Einmal editiert, zuletzt von tobse ()

  • Lieber Tobse,

    Vielen Dank du hast den Durchbruch gebracht!!!!

    Hab beim Chinesen bestellt 55583068.


    Weil bei BREMBO die Nummer E-59-025 richtig wäre und diese auch nicht lieferbar war. ( Info nur für alle die auch das gleiche Problem irgendwann haben werden)



    Vielen Dank nochmals! Heute wieder ein Autoleben gerettet 🥳🥳🥳🥳

  • Chinesische Portale sind mittlerweile oft genauso gute Anlaufstellen wie deutsche Onlineshops bzw. Portale wie eBay oder Amazon, da vieles mittlerweile ohnehin dort hergestellt wird.

    Rar sind meist nur Teile von Fahrzeugen welche auf dem chinesischen Markt nicht oder nur sehr selten verkauft wurden, denn was da nicht in Masse verkauft wird, lohnt für Anbieter auf AliExpress & Co. schlicht nicht es anzubieten.


    Wenn es nichts Neues gibt, dann sind die nächsten Anlaufpunkte Kleinanzeigen und Schrotthändler, denn ehe man wochenweise ein Fahrzeug stehen lässt, ist ein Gebrauchtteil stets noch die bessere Option.


    Bei einem Ausrücker oder ähnlichem wird es schwierig noch etwas zu retten, einen verdreckten Ansaugkrümmer z.B. bekommt man dagegen wieder sauber, die Kohlen eines Drosselklappenmotors kann man tauschen und DPFs oder Turbos zum Aufbereiter schicken. Nicht alles ist immer gleich final defekt. Man muss nur eben wollen und nicht stets sofort die Flinte ins Korn werfen.


    Zuletzt lohnt es auch Teile und Teilenummern durch die Suchmaschine der KI zu jagen. Man wundert sich oft in wie vielen Fahrzeuge die selben Bauteile stecken, nur eben mit anderen Teilenummern diverser Hersteller versehen.

    Stellantis will von "echten Opels" gar nichts mehr wissen, daher verknappen sie absichtlich das Angebot an Ersatzteilen. Soll man sie bei dem Vorgehen noch unterstützen indem man wartet? Meiner Ansicht nach nicht, ergo bestelle ich beim FOH nur mehr Teile, welche ich nicht reparieren oder global definitiv nicht besorgen kann.


    Ganz banales Beispiel: Die permanent verrosteten Blechmuttern des Unterfahrschutz am Motor.

    Müssen immer mal wieder ersetzt werden weil sie gern vergammeln.

    Gibt es im 10er Pack auf eBay für 7€ inkl. Versand.

    https://ebay.io/m/260xsp

    Ist keine Neuefindung von Opel/GM, sondern wurden bei Mercedes bereits in den 60erm verbaut.

    Und so geht es munter weiter...

    Oft weiß man nur nicht wo und wie man suchen soll.

    Meist funktioniert jedoch die Teilenummer am besten, gefolgt vom jeweiligen englischen Begriffs des Teils (in Verbindung mit Vauxhall, Chevrolet oder Buick anstatt Opel als Herstellerbezeichnung). Wobei hier wie o.g. die KI ein mittlerweile echt mächtiges Instrument ist.

    Klar, wenn nicht lieferbar, dann nicht lieferbar, siehe Wasserpumpe auf Amazon, aber auf Vertragshändler zu hoffen ist ungefähr so sinnlos, zeitraubend und nervtötend wie ein Windows-Update abzuwarten. Von den aufgerufenen Mondpreisen ganz zu schweigen...


    Im konkreten Fall wurde das Teil nur für GM-basierte Modelle gebaut, u.a. auch dem Buick Verano II., wird aber von mehreren Zulieferern produziert.


    SACHS 3182 600 266 (Alternative Nummern: 3182 600 257 / 3182 600 291)
    VALEO804527
    BREMBOE59025 oder E59027
    TEXTAR53016500
    FTE (Ate)ZA36034.4.1 (Referenzwert)
    KAWE990253

    Um dieses Teil zeitnah zu organisieren braucht kein Mensch mehr einen Opelhändler, das Ding bekommst faktisch tausendfach hinterher geworfen, wobei du dir sogar Qualität, Preis und Lieferdauer nach Belieben aussuchen kannst.

  • Lieber Opellnsi,

    Danke fürs raussuchen der Nummern und für die guten Beispiele.

    Ich finde die Ersatzteilepolitik sehr bedenklich.

    Mit deinen Tipps bin ich für künftige Suchen vorbereitet.

    Bin sehr dankbar für eure Unterstützung in diesem Forum.

  • Grundsätzlich ist sie auch bedenklich, denn wenn ein Hersteller ein gewisses Modell sterben lassen will, dann schafft er es auch irgendwann.

    Früher gab es alles aus einer Hand und das absolut zeitnah, man musste auf >90% der Teile nicht mehr als 2 Tage warten.

    Die Thematik ist jedoch nicht auf Opel/PSA/Stellantis beschränkt, auch andere haben in der Hinsicht Probleme bzw. schaffen sie sich und den Kunden absichtlich selbst. BMW z.B. brachte vor rund 20 Jahren die G650X Reihe auf den Markt, die Kundschaft mochte jedoch den Rotaxmotor nicht wirklich, die Fahrzeuge waren zudem für Einsteiger schlicht zu teuer. Es vergingen nur ein paar Jahre und die Ersatzteilversorgung des "beidseits verhassten" Modells wurde prekär.

    Nur Enthusiasten halten ihre Gefährte in einem derart gelagerten Versorgungsfeld ernsthaft am Leben, die Masse gibt bei solch Dingen alsbald auf und sucht sich eine andere Spielwiese.


    Beide Konstellationen haben jedoch Vorteile, man muss sie nur zu nutzen wissen.

    Bis in die 90er hinein beschränkte sich der Aftermarket fast ausschließlich auf Verschleißteile wie Filter, Bremsen, Fahrwerksteile und ein wenig Karosserie, heute bekommt man sogar teils Steuergeräte zu einem Bruchteil des vom Vertragshändler aufgerufenen Preises. Nicht nur, aber auch deswegen starben so viele von ihnen, so ist das jedoch wenn man Teileproduktion billigst outsourct. Es macht als Endkunde eben keinen Sinn mehr für einen Ölfilter oder eine Hand voll Clips, Schrauben, usw. zum Händler zu fahren, wenn man sich die Teile bequem vom Sofa aus zu 10...20% des OVP online ordern kann.


    Sobald eine Werks- oder Anschlussgarantie erloschen ist, macht es bei einem Volumenmodell kaum einen Sinn mehr auf Originalteile zu setzten, da je nach Konstellation eine zeitwertgerechte Reparatur nicht mehr darstellbar ist, solange sie nur einen gewissen Umfang aufweist.

    Was natürlich auch Hintergründe wie Garantie-/Gewährleistungsansprüche hat, aber eben nicht nur...

    Man muss eben strikt differenzieren. Ein billiger Clip ist alsbald getauscht, hier ist die Qualität zweitrangig. Ein solides, weil ansonsten unauffällig werkelndes Getriebe holt man sich gebraucht vom Schrotti so das eigene nach 8 Jahren warum auch immer kaputt ging. Eine Nockenwelle dagegen Original vom FOH, weil hier nicht nur der Aftermarket kaum etwas hergibt, sondern auch so alles sitzen muss, weil ansonsten horrende Folgen drohen.


    Zweifellos ist jedoch alles was Wartungs-/Verschleißteile anbelangt zur Farce verkommen. Öl, Filter, Ölablassschrauben, Zünd-/Glühkerzen, Bremsscheiben/-beläge, usw. sind durchweg alles Zulieferteile von spezialisierten Firmen, welche kein Automobilhersteller mehr selbst produziert.

    Wenn also der Service 350€ kostet, die verbauten Teile jedoch nur 50...60€ (Öl, Filter, Schraube) wert sind, bläst man jährlich ~200€ umsonst in den Wind, weil der eigentliche Service, sprich Arbeitsaufwand nur ~100€ beträgt. Klar, das ist die Marge des Händlers, davon lebt er, nur haben weder dein Auto noch du selbst etwas davon (im Sinne von Mehrwert).

    Nicht Wenige kommen dadurch irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich nicht nur kein Auto mehr leisten wollen, sondern schlicht nicht mehr leisten können, obwohl sie eines bräuchten.

    Es muss ja nicht gleich die Turboreparatur oder der Kupplungstausch in kompletter Eigenregie sein, denn dafür fehlt den Meisten das Know-how und die Ausrüstung, aber einen Luft- und Innenraumfilter selbst zu besorgen und einzubauen, dazu sollte es eigentlich immer reichen. Weiß ich nicht wie es geht, dann schaue ich mir eben ein YT-Tutorial an während ich auf die Lieferung der bestellten Teile warte.