Der Astra ST (2019) - eine echte Schnitte

  • Bei all der Kritik, welcher der 1.2 LIH hier momentan bekommt, muss man jedoch sagen, dass Opel es offenbar als erstes geschafft hat, einen unauffälligen, nasslaufenden (Nockenwellen-)Zahnriemen zu verbauen.

    Nasse Ölpumpenriemen gibt es bei VAG und anderen seit ca. 2010, auch hier hört man nicht von Ausfällen. Es geht also schon, nur haben Ford und PSA dem Ruf definitiv nachhaltig geschadet.

  • Nur bringt der unauffällig laufende Zahnriemen nichts, wenn der Kurbeltrieb sich Mittelfristig mit dem Motorblock vereinen will.


    Da bringt einem die gute Aerodynamik auch nichts, um die es ursprünglich hier ging. Vielleicht sollten wir darauf wieder zurück kommen 😂

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  • Nasse Ölpumpenriemen gibt es bei VAG und anderen seit ca. 2010, auch hier hört man nicht von Ausfällen.

    Der Vorteil eines Ölpumpenantriebs gegenüber einem Antrieb der Nockenwelle liegt sicher darin, dass es so gut wie keine Drehmomentspitzen über die Motorumdrehung gibt. Beim NW-Antrieb müssen Ventile gegen die Federn geöffnet werden und diese schnappen dank der Federn auch wieder in Richtung "geschlossen".


    Aber gerne zurück zum Thema:

    Ich denke ebenfalls sehr gerne an meinen D16SHT zurück, der wirklich effizient lief und sich sehr sparsam bewegen ließ - trotz 225/40 R18 im Sommer und 225/45 R17 im Winter. Man spürt die gelungene Aerodynamik bei jedem gefahrenen Kilometer.

    Ich habe das nur in einem Astra L PHEV noch krasser erlebt, der schien sich unter dem Fahrtwind gefühlt wegzuducken.

  • Raindl-Motorsport
    betrachtet man aber nur den Luftwiderstand ist der Unterschied fast zu vernachlässigen....
    das Offset deiner beiden Graphen kommt nur durch den Rollwiderstand (Masse)

    im Gegenteil, der ID7 ist trotz größerer Stirnfläche besser umströmt und diese cw 0,015 kosten richtig Geld


    die Diskussion ist aber egal, da unterschiedliche Antriebsarten...

    Astra K ST 1.6cdti 110PS EZ:01/16 # Astra K 1.4 150PS EZ:04/19 # Vectra C Caravan Z30DT # Insignia A OPC # Mokka mit Stecker
    für jede Situation den passenden Opel :thumbup:

  • im Gegenteil, der ID7 ist trotz größerer Stirnfläche besser umströmt und diese cw 0,015 kosten richtig Geld

    Es ist schon richtig, die Unterschiede im Luftwiderstand sind klein, der cWA-Wert vom ID7 ist 0,012 m² höher als beim Astra. Damit nur geringfügig schlechter. Nur an der Physik kommt der ID7 nicht vorbei, der Luftwiderstand berechnet sich zu F_Luft = 0,5 x cW x A x v², d.h. die einzige freie Variable bleibt die Geschwindigkeit. Das wiederum bedeutet der Luftwiderstand des ID7 ist zu jeder Geschwindigkeit höher als der des Astra's.

    Das der Rollwiderstand durch die 900 kg x 9,81 N/kg größere Gewichtskraft, höher ist, liegt ebenfalls in der Natur der Sache, F_Reib = µ_Reib x F_Normalkraft (F_Normalkraft = der parallel zur Gravitationskraft stehende Anteil der Gewichtskraft), auch hier hat der ID7 das nachsehen.

    Betrachtet man die beiden verbleibenden Fahrwiderstände: Beschleunigungs- und Steigkraft, die nur bei Beschleunigung oder Steigungen wirken, dann hat auch hier der ID7 das nachsehen, da beide die Gewichtskraft beinhalten, bei der Beschleunigung kommen noch rotatorische Trägheiten dazu (20" Felgen beim ID7 vs meine 16" :saint: ).

    FAZIT:

    Im Fahrwiderstand ist der Astra K ST ein Ass, das kein anderer Caravan oder wie man die Klasse nennen mag, einzig der 2019'ner CLA Shooting Brake mit einem cWA von 0,5746 m² war geringstfügig besser, allerdings, kaum Kofferraumvolumen (1370 Liter) und ein höheres Leergewicht von mindestens 1460 kg für den X117 und mindestens 1500 kg für den Nachfolger, den X118. Damit kann auch dieses Strömungsass aus Stuttgart, dem Astra K kein Wasser reichen. Opel hat eine echte Schnitte gebaut, für mich der beste von allen.


    Ich fuhr vorher einen Polo 1.6 TDI BMT, der schon einen verbesserten cW-Wert hatte von 0,305 und eine Stirnfläche von 2,05 m², ergibt einen cWA-Wert von 0,625 m² und einem gemessenen Leergewicht von 1145 kg. Der rollte deutlich besser als der Astra auf seinen 11-Loch-Audi-A3 Felgen und Spritsparreifen bei 3,0 bar, aber der Verbrauch lag ca. 0,4 l/100 km höher als beim Astra, weil VW einfach keine sparsamen Diesel bauen möchte. Der 3-Zylinderansatz von Opel ist verschrien, aber wenn Lasterhöhung und Reibleistungsreduzierung, dann mit 3-Zylindern statt 4. Ich finde mein halber 6-Zylinder klingt sehr satt unter Last, rüttelt weniger als der TDI im Polo, kalt und über 2500/min klingt er wie ein rauchiger 6-Zylinder, das ist schon was für die Gemütskasse, wenn man weiß, es sind doch nur 3 Töpfe.


    Das der ID7 das Wirkungsgrad-bessere Antriebskonzept hat, ist klar. Aber mir geht es hier um die Fahrwiderstände, die aus Luft-, Roll-, Beschleunigungs- und Steigwiderstand alleine bestehen. Ich will keinen Stromer, ich will einen Verbrenner, und da hat Opel, mit dem Astra K ST ein super Angebot im Schrank.

  • Hm. Den Lobgesang kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Mag sein, dass die Fahrwiderstände gering sind. Aber in der Praxis steht für mich nach 120.000km fest:


    - Der Motor ist im Alltag nicht sparsamer als der 2.0 TDI mit 116PS im Golf (kann man auch unter Spritmonitor.de ganz gut verfolgen

    - Er ist leider ziemlich unkultiviert. Im Vergleich mit dem Ford 1.5 TDCI und dem VW 2.0 TDI ist das eine ganze Klasse schlechter. Beide bin ich ausgiebig gefahren. Den Ford hatte meine Frau auf rund 160.000km.

    - Er ist in jeder Situation recht laut (auf der Autobahn ist es ein angenehmeres Brummen, aber es ist trotzdem laut). Das Leerlaufgeräusch fanden manche meiner Mitfahrer spontan sportlich. Beim Anfahren kamen dann aber Bemerkungen wie "doch ein Kleintransporter".

    - Er hat ein Turboloch, was in Verbindung mit dem lang übersetzten Getriebe manchmal etwas nervt. Hat man das Loch hinter sich, zieht er aber prima durch.


    Erstaunlich ist dagegen die Endgeschwindigkeit, die der Wagen erreicht. Das hat mit Sicherheit etwas mit der Aerodynamik zu tun. Das ist aber kein Vorteil für den Alltag.


    Ich würde den Motor nicht mit den alten 3-Zylindern im Polo vergleichen. Da ist er deutlich besser und das ist eine andere Fahrzeugklasse. Aber den Vergleich mit den aktuellen 4-Zylindern der Konkurrenz verliert er in meinen Augen. Ich habe ihn gekauft, weil ich dachte, er wäre extrem sparsam. Dafür habe ich die Nachteile in Kauf genommen. Im Alltag ist er jedoch leider nicht so super-sparsam. Aber die Nachteile bleiben.
    Der Motor ist nicht so schlecht, wie ihn z.B. der ADAC macht, aber ein großer Wurf ist er in meinen Augen nicht.


    Das Thema "halber Sechszylinder" hatten wir zu Zeiten von DKW "3=6" schon mal. Da muss ich ehrlich sagen: Halbe Zylinderzahl = halbe Laufkultur.

    Astra K Business Elegance Kombi 1,5D (122PS), BJ 10/2020, Seit 06/2022 als Pendlerfahrzeug bei mir.

  • Das Thema "halber Sechszylinder" hatten wir zu Zeiten von DKW "3=6" schon mal. Da muss ich ehrlich sagen: Halbe Zylinderzahl = halbe Laufkultur.

    Beim DKW handelte es sich um einen Zweitakter, der bei jeder Kurbelwellenumdrehung so viele Zündungen hatte wie ein 6-Zylinder-Viertakter. Das erzeugt schon eine gewisse Gleichförmigkeit. Die Unruhen aus dem Kurbeltrieb bleiben natürlich.

  • Der Motor ist im Alltag nicht sparsamer als der 2.0 TDI mit 116PS im Golf (kann man auch unter Spritmonitor.de ganz gut verfolgen

    Das mag sein. Der Fabio Gemelli von motor1 in Italien fuhr den 2019'ner Astra K mit 3,15 l/100 km auf seiner Standardstrecke. Immer der gleiche Fahrer, immer die gleiche Strecke, der 1.5 CDTI steht ganz vorne unter den Besten (s. https://it.motor1.com/reviews/…lassifica-del-roma-forli/). Die A-Klasse war mit dem PSA-Diesel nur um -0,15 l/100 km besser, und das ist die Wunderdieselkarrre schlechthin. Beim Test Drive Freak kommt er ebenfalls unter die Besten:

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    Man kann zumindest einen geringen Verbrauch herausholen. Meiner steht bei Spritmonitor auf Platz 2 unter seinesgleichen. Platz 1 ist eine Pendlerin aus Österreich, deren um die 70 km-Strecke äußerst hilfreich ist und sie fährt fast ausschließlich diese Pendelstrecke mit der Karre. Meine durch die Dörfer-Kurzstrecken-Fahrerei ist nicht gerade hilfreich, zu hoher Kaltbetriebsanteil, zu viele Beschleunigungsereignisse, eh schon nix, und folglich kleinere Regenerationsintervalle (Letztes war schon nach 200 km), sind erst recht nicht hilfreich. War schon anders, aber Hausumbau und anstehender Umzug machts möglich.

    Dass er für komfortbetonte Fahrer eher Unruhe stiftet, kann ich mir vorstellen, ist für mich aber kaum ein Kriterium. Mir fällt nur auf, der 2.0 TDI meiner Frau (Audi A3, Bj. 2024) verbraucht, wenn ich fahre 4,9-5,1 l/100 km, wobei meine Karre für die gleiche Strecke 3,8-4,0 l/100 km braucht, und dass der TDI etwas rauer auftritt, sowohl über Luft- als auch Körperschall. Da war der 1.6 TDI im Polo schon ruhiger und harmonischer im Durchzug (1000-2000 1/min, mehr sehen meine Diesel selten). Mit der Durchzugsschwäche von 1000 bis 1300 1/min kann ich leben, habe ja auch 6 Gänge, im Polo waren es nur 5 und im A3 sind es 7 (DKG).


    Vielleicht ist das Turboloch beim 105 PS Motor kleiner, er muss schließlich nicht soviel Ladedruck aufbauen (nur 260 Nm statt 300 Nm beim 120 PS Motor), das macht im Ladedruck um 0,4 bar aus, der Drehmomentsprung ist dadurch kleiner und früher abgeschlossen. Das kann schon einen Unterschied ausmachen. Ich bin den 122 PS Motor noch nicht gefahren.


    Seitens der Laufkultur würde ich aus Motorentwicklersicht sagen, ja die Zündabstände sind doppelt so groß (120° statt 60°), damit wird das "Rauschen" oder Vibrieren (NHV) größer bzw. intensiver, die Gasannahme etwas spontaner, aber seitens der Turboladeranregung sind die 120° ideal für eine kürzere Krümmerleitung oder lassen den Restgasgehalt etwas senken, was der Verbrennungskontrolle und dem Verbrauch hilft. Aber vom Massen- und Leistungsausgleich ist das ein gutes Konzept, geringe freie Kräfte 2. Ordnung und ein freies Moment 1. Ordnung, das aber, wie z.B. Ford fast komplett nur mit der Kurbelwelle aufgelöst werden kann.

  • Na ja, die Fahrten, die Herr Gemelli in Italien macht, sind leider nicht so ganz auf hiesige Straßen- und Wetterverhältnisse übertragbar. Ich denke, das ist nicht wirklich realistisch. Bei hm sind alle Autos sehr, sehr sparsam. Im Sommer, bei freier Autobahn, maximal 120km/h und rund 40km Baustelle mit 80 km/h bei einer Gesamtstrecke von 300km hatte ich ihn auch mal auf 3,4 Liter. Aber das ist leider absolut nicht der Alltag.

    Der Astra mag auf passenden Strecken sehr viel Sparpotential haben, aber ich erreiche dieses Potential bei 50km Arbeitsweg mit rund 28km Autbahnanteil leider nicht und ich fahre auf der Autobahn meistens 120km/h, um im Beriufsverkehr nicht alles aufzuhalten und habe täglich leider auch ein bisschen Stop&Go dabei, Damit erreicht man keine Rekorde.

    Gestern und heute hatte ich einen nagelneuen Corsa Benziner als Leihwagen auf dem Arbeitsweg (Astra kaputt). Verbrauch 5,5 Liter, wo ich derzeit mit dem Astra Diesel 5,0 Liter verbrauche. Mit meinem 150PS Octavia-Benziner lag ich in ähnlicher Größenordnung. Der Abstand vom Diesel zum Benziner ist bei gemäßigter Fahrweise echt nicht mehr sehr groß.


    Du kannst mir aus Motorenentwicklersicht in Theorien darlegen, was Du willst: Der Dreizylinder hat einfach ein schwieriges Schwingungsverhalten - und das bekommt man im Astra ganz gut mit. Was Ford mit der Kurbelwelle gemacht hat, ist mir eigentlich egal :) - es ist denen (oder damals viel mehr Peugeot) ganz gut gelungen. Opel leider eher nicht.

    Ich fahre den Astra im Sommer gerne mit offenem Fernster. Dann klingt er in der Stadt kernig und eigentlich ganz gut. Im Winter nervt er mich (wobei das ständige Ein- und Ausschalten des Klimakompressors dann noch dazukommt). Die Probefahrt mit dem Auto habe ich im Sommer gemacht, da das Auto vorher in der prallen Sonne stand, hatte ich alle Fenster offen. Das war wohl ein taktischer Fehler...: -(


    In meiner ganz persönlichen Sicht ist der Motor ein kleiner Radaubruder. Nicht unsympathisch iund mit Charakter aber häufig ein bisschen nervig. Ich würde ihn nicht noch einmal kaufen. Aber die Frage stellt sich ja auch nicht mehr.

    Gibt es eigentlich noch neue 3-Zylinder Diesel auf dem Markt? Ich glaube, die sind ausgestorben.

    Astra K Business Elegance Kombi 1,5D (122PS), BJ 10/2020, Seit 06/2022 als Pendlerfahrzeug bei mir.

  • Ja, es gibt sie noch, der neue Astra L (2026) wird ihn als 48-V-Hybrid-Variante haben. Ob weitere PSA-Kandidaten den 1.5 Liter Dreizylinder bekommen werden, weiß ich nicht. Hyundai hatte einen im I20, jetzt scheinbar nicht mehr.


    Noch eine Besonderheit des D15-Motors:

    Beim Polo 1.6 TDI BMT gab es eine "Rekuperation", die Ladespannung der Batterie wurde auf 16 V erhöht, was damals innovativ und fast erwähnenswert war. Die Folge war, der Schubabschaltungsbetrieb war intensiver in der "Motorbremsleistung". Beim Astra K 1.5 CDTI gingen sie einen völlig anderen Weg, trotz der hohen Kompression bremst der Motor kaum, da er die VVT-Steuerung der Nockenwellen auf "Durchzug" stellt, so das die Schleppleistung reduziert wird und der Karren länger in der Schubabschaltung rollt. Wenn man das exzessiv nutzt, dann kann man den Schubabschaltungsbetriebsanteil (= 0 l/100 km) sehr weit ausbauen, was dem Ladeverhalten der Batterie und dem Verbrauch ziemlich helfen kann.


    Schubabschaltungsbetrieb:
    Gaspedalstellung = 0 % Last

    Gang ist eingekoppelt

    Motor wird vom Rad-Welle-Getriebe geschleppt

    Einspritzmenge = 0 g/s

    Fahrzeug rollt aus bis Drehzahl in Leerlaufregler fällt (bei D15-Motor knapp über 1000/min im Warmzustand)

    In manchen Fahrsituationen ist die Schubabschaltung sinnvoll, manchmal ist der Leerlauf sinnvoller, je nach Entschleunigungswunsch.