Astra K 1.6 CDTi (MJ 2021): P11CC & P20EE trotz zweier neuer NOx-Sensoren + Dieselgeruch – Wo ansetzen?

  • Guten Abend zusammen,


    ich verzweifle mittlerweile seit 2,5 Jahren an einer hartnäckigen Fehlerkombination bei meinem Opel Astra K 1.6 CDTi (Modelljahr 2021). Die Vertragshändler-Aussage lag bei astronomischen Kosten (ca. 3.000 €). Daraufhin war ich bei einer freien Werkstatt.


    Inzwischen wurden sowohl der vordere (Sensor 1) als auch der hintere (Sensor 2) NOx-Sensor physisch komplett erneuert. Großer Service inklusive Luft- und Kraftstofffilter sowie DPF-Prüfung wurde im April gemacht.


    Das Problem: Egal ob Sensor-Tausch oder das Zurücksetzen der Adaptionswerte/Lernwerte über ein professionelles Diagnosegerät (Topdon ArtiDiag Pro) – nach ca. 4 Tagen Fahrbetrieb geht die MKL wieder an und es tauchen starr dieselben zwei Fehler auf:

    • P11CC (NOx Sensor 1 Leistungsvermögen - Signal zu klein)
    • P20EE (NOx Katalysator Effizienz unter Grenzwert)

    Zusätzlich fällt mir seit dem Tausch des vorderen Sensors ein leichter Dieselgeruch im Bereich des Motorraums/Abgastrakts auf. Mein Verbrauch ist mit 3,8 bis 4,2 Litern auf 100 km absolut top und unauffällig.


    Fahrzeugdaten:

    • Opel Astra K, Modelljahr 2021
    • Motor: 1.6 CDTi (B16DTC, 96 PS)
    • Kilometerstand: ca. 144.000 km
    • Jüngster Service: April (inkl. Filter etc.)

    Was wir suchen: Schluss mit Mutmaßungen – ich brauche konkrete, technische Tipps aus der Praxis: Wonach kann ich gezielt Ausschau halten, was und wie kann ich prüfen (Messwerte, Bauteile, Kabelbäume etc.)?

    Hier sind die harten Fakten auf dem Tisch. Wer hat diesen Fehler beim 1.6 CDTi trotz neuer Sensoren schon mal gelöst und kann mir eine Checkliste für die Fehlersuche geben? Man hört und liest ja immer, dass dies beim Opel Astra häufig vorkommt. Umso verwunderter bin ich, dass die in den Werkstätten ziemlich ahnungslos und ratlos wirken. Dann muss sich doch nicht nur das Problem sondern auch die Problemlösung ein wenig herum sprechen.


    Vielen Dank vorab für euren Input!

  • Moin Michdo93 . Du sagst ja nicht was der Vertragshändler reparieren wollte. Womöglich wurde bisher nur um die Ursache herumrepariert und der Gang zum Vertragshändler wäre der richtige Weg gewesen. Ohne ausführliche Diagnose ist von hier aus alles nur ein Blick in die Glaskugel und könnte wieder zu dem führen was du schon erlebt hast. Kostenintensiver Teiletausch ohne Erfolg. Daher rate ich dir den Besuch bei einer Werkstatt die Ahnung hat und nicht nur probiert. MfG

    Astra K ST, 1,4 , 150PS , EZ.03/19,Automatic, Tiefseeblau-Metallic, R4.0,

  • Die Zubehörsonden scheinen nicht selten schneller anfällig zu sein als die Originalteile und sind besweilen auch oft minderwertigerer Qualität, sie sind jedoch meist auch nur Opfer eines defekten DPF.

    Spielt man nur an den Symptomen herum anstatt die Ursache zu bekämpfen, dann trifft den Sondenhersteller auch nur bedingt eine Schuld.


    Fehler an den Sonden rühren fast immer von einem durchlässigen DPF her, der mit viel Asche und Ruß beladen zu viel Staudruck erzeugt und sich deshalb das Abgas am zugesetzten Keramikinlet vorbei seinen Weg sucht, also zwischen Metallgehäuse und Dämmwolle vorbeizischt.


    Ruß hat im Abgasstrang hinterhalb des DPF nichts zu suchen, darauf sind weder das AdBlue-System samt SCR-Kat noch die NOX-Sensoren ausgelegt.


    Sofern alles passt, stinkt es nicht klassisch stumpf nach Dieselruß, sondern eher süßlich-scharf mit Ammoniaknote.


    Wenn Michdo bereits im Motorraum Dieselgeruch feststellt (im Sinne von verbranntem gasförmigen Diesel, nicht frischem flüssigen), dann passt schon etwas nicht.

    Turbo defekt, Ladeluftstrecke undicht, Schelle/Dichtung kaputt, Flexrohr gerissen, etc. kommen hier zwar auch infrage, solange der DPF jedoch funktioniert wie er soll, kommt meist auch kein NOX-Sensoren-Fehler.


    Ist das Endrohr schwarz, braucht man die Sensoren zunächst erst gar nicht zu tauschen, denn die Ursache liegt viel tiefer bzw. davor.

    Egal ob nun aus dem Zubehör oder Original, es ist rausgeschmissenes Geld, denn sie gehen wieder kaputt wenn der DPF Ruß durchlässt weil er im Sterben liegt oder bereits defekt ist.

    Definitive Gewissheit bringt nur eine AU.

    Ist die Partikelzahl deutlich erhöht und sie geht in die Zigtausende oder sprengt sogar die Million, hat man die Sensoren im dümmsten Fall völlig sinnlos erneuert.