Inzwischen habe ich beides geordert, das ALCAR 6365 mit dem König RKK15 Radkappe. Dazu den Bridgestone Turanza T005, der im Rollwiderstand und Verbrauch in den Tests vom ADAC und Autobild Bestwerte einfahren konnte. Da der 195'iger Reifen knapp 43 mm breiter ist als die Felge, liegen die Reifenflanken ballig auf, wodurch der Überstand der Radkappe besser abgedeckt sein müsste. Hucho, Hrsg. und Teil-Autor von Aerodynamik des Automobils, nannte in seinem Beitrag das AUDI die Felgenschüssel bis zu 12 mm schadfrei zurücksetzen konnte, ohne am cW-Wert des Fahrzeugs aufzubauen. Tesla designt seine Radkappen für das Model 3 genau so, dass der äußere Radkappenumfang mit der Reifenflanke eben überläuft.
Haag, Numerische und experimentelle Untersuchung der Radumströmung am Pkw (Diss, TU München), referenziert in seiner Arbeit für AUDI immer auf die vollkommene geschlossene und tangential überlaufende wie ebene Felgenschüssel bei all seinen Messungen und Simulationen. Er schließt seinen Beitrag mit folgendem: "Aus den Versuchs- und Simulationsergebnissen geht hervor, dass die Felgen mit einem hohen Verschließungsgrad und einer geringen Schüsselung einen geringen Luftwiderstand am Gesamtfahrzeug bewirken". Klingt offensichtlich und lässt sich schon bei Hucho nachlesen, das Detail seiner Arbeit lohnt dennoch sich durchzulesen, da man bei der Kompromissfindung durchaus noch Spagate machen kann (s. z.B. Radkappen von TESLA), die trotzdem ein besseres Ergebnis als z.B. typische Stahlfelgen erzeugen können.
Der ganze Aufwand kostete mich 630 Euro und wird durch Verbrauchsmessungen auf Vergleichsbasis mit dem jetzigen Radsatz sowie einer Auslaufmessung zur gleichzeitigen Roll- und Luftwiderstandskoeffizientenbestimmung abgeschlossen. Ich bin gespannt was dabei rauskommt. Leider muss ich einschränken, da ich das Fahrzeug absenke (Bilstein B14-Gewindefahrwerk, vermutlich um 20 mm) werden die Ergebnisse nicht allgemeingültig für den Astra K Sports Tourer. Hucho schreibt über den Bodenabstand, aktuell ca. 180 mm, dass je glatter der Unterboden ist, desto kontraproduktiver wird eine Absenkung ab einem bestimmten Mindestmaß. Beim Citroen DS 19, der Untenrum bereits deutlich an Rauhigkeit verlor, liegt das gemessene Optimum etwa 180 mm, bei Porsche 914 kann es aufgrund der vorhandenen Rauhigkeit nicht tief genug sein. Hucho argumentiert mit der effektiven Dicke, die bei glattem Unterboden bei Absenkung des Bodenabstands ungünstig schnell zunimmt, während bei rauen Unterböden diese immer noch abnehmen kann. Aus diesem Grund habe ich ein Gewindefahrwerk geordert, das ich im Neigung und Bodenabstand spielen kann, damit die Investition sich mit größerer Wahrscheinlichkeit positiv wirksam machen lässt.